Neue Liberale – warum?


 

Wir werden oft gefragt, warum wir im September 2014 die Neue Liberale gegründet haben. Die Antwort darauf kommt von Fritz Stern, einem bedeutenden Historiker. Er wandte sich zum Bundesparteitag am 31.01. und 01.02.2015 mit folgendem Grußwort an uns:

„Einen herzlichen Willkommensgruß an die Neue Liberale. Für ihre Arbeit zum Schutz der offenen und freien Gesellschaft wünsche ich Ihnen alles Gute.

Der Liberalismus ist eine großartige Errungenschaft Europas und verdient Ihre Unterstützung. Von Anfang an stand er für eine offene, freie und tolerante Gesellschaft, die jedem Bürger und jeder Bürgerin die Möglichkeit zur Selbstent-wicklung geben sollte. Der Liberalismus, erkoren im Zeitalter des Absolutismus, stand für den Kampf gegen ungezügelte Autorität des Staates und der Kirchen.
In Deutschland hatte der Liberalismus es immer schwer, der Anti-Liberalismus war meist an der Mode.

Der Liberalismus ist praktisch eine Übersetzung von Kants Verlangen nach dem Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Schon da hörte man den Ruf nach Mut, nach Überwindung von Vormundschaft jedweder Art.
Am Anfang stand das Verlangen nach Freiheit, nach klaren Grenzen der Staatsmacht und der Forderung nach Recht statt Willkür. Das Grundgesetz mit seinem Credo „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ war die richtige Antwort auf den Terror und die vorgeschriebene Verdummung des nationalsozialistischen Staates. Die Selbstbefreiung Osteuropas im Jahr 1989 und das anscheinende Ende des Kommunismus erfüllten uns mit größter Freude. Die Welt hat sich seitdem weitgehend verdüstert.

Der Liberalismus hatte keine größeren Feinde als Faschismus und Bolschewismus, jene Mörder-Gesellschaften mit braunen oder roten Versprechen einer neuen Welt, eines neuen Menschen – und als Mittel zum Zweck die verordnete Verdummung. Durch offene Arbeit, durch neues Denken und durch praktische Vorschläge müssen die Neuen Liberalen das Gegenteil erreichen.
Heute sind liberale Prinzipien, das heißt sind die Hoffnungen auf eine freie und offene Gesellschaft von neuem gefährdet. Unsere globale Welt ist tief verunsichert durch den Terrorismus der Fanatiker und die Wut der Dogmatiker. Daher der verlockende Ruf nach Sicherheit vor Allem und auf Kosten der Freiheit. Daher die allerorts zu spürende Akzeptanz von Staatsüberwachung, die alles, was Orwell prophezeite und die Stasi ausführte, in den Schatten stellt.

Die Neuen Liberalen müssen sich den wirklichen Gefahren des Terrorismus stellen, das ist schwer genug. Aber es gibt noch eine andere Gefahr, eine lauernde und dauernde Gefahr, die von den so genannten Neo-Liberalen ausgeht mit ihrem Glauben an einen freien Markt, der alles schaffen kann. Dieses ressentimentbeladenen Götzendienst-Marktes, der statt des Staates den großen, beinahe uneingeschränkten Kapitalismus die Freiheit bauen lassen will.
In den USA können große Unternehmen durch Geld und Korruption die demokratische Staatsform aushöhlen. Es ist eine Korruption im Gange, die mit Scheinheiligkeit alles Freie und Offene gefährdet, die dafür sorgt, dass die Spaltung zwischen der Armut der Vielen und dem unfassbaren Reichtum der Wenigen ständig wächst.

Die Aufgaben für die Neuen Liberalen sind enorm und dringend. Es geht um Alles! Rettet die Liberalität, die im Geiste anfängt mit den alten Tugenden wie praktischer Vernunft und Ehrlichkeit. Bemüht Euch um ein neues Verständnis von Globalität und gebietet der ungeahnten Schnüffelei Einhalt. Verlangt Freiheit, die die Komplexität der Welt versteht, auch die Bürger zur Pflicht an politischer Teilnahme erinnert, und die sich mit heutigen Aufgaben auseinandersetzt: Terrorismus, Reform von EU, Beziehung zu Russland, Zukunft des Klimaschutzes, der angeblichen Überfremdung, ganz zu schweigen von den alltäglichen Problemen der Erziehung, der Forschung und der sozialen Fürsorge.
Geht an die Arbeit der Aufklärung, gerade angesichts der Gegenaufklärung und der Macht, die von den Feinden einer freien Gesellschaft ausgeht. Es bedarf der Verteidigung des Anstandes im öffentlichen Leben. Bemüht Euch, Ihr werdet gebraucht!“

Dem ist nichts hinzu zu fügen.